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Joggen bei Nacht: Sturzgefahr auf unebenen Gehwegen

Bei Dunkelheit sollten Jogger ganz besonders vorsichtig sein.

Nach Feierabend noch eine Runde laufen gehen – das tun viele selbst dann, wenn es schon dunkel ist. Helle und im besten Fall reflektierende Kleidung macht sie für andere Verkehrseilnehmer erkennbar und hilft so, Unfälle zu vermeiden.

Doch auch ohne unmittelbare Fremdeinwirkung sind Stürze möglich – vor allem, wenn sich der Gehweg in schlechtem Zustand befindet. Doch kann in solchen Fällen irgendjemand haftbar gemacht werden? Aktuell hat das Saarländische Oberlandesgericht (OLG) die Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage einer gestürzten Joggerin abgelehnt.

Verletzung nach Sturz auf dem Bürgersteig

Die Klägerin war mit ihrem Mann im November abends gegen 18:00 Uhr joggen gegangen. Auf ihrem Weg befand sich eine circa einen Quadratmeter große Fläche, die für Bauarbeiten geöffnet und danach nur mit Splitt aufgefüllt worden war. Eine eigentlich vorgesehene Neuasphaltierung war bisher unterblieben. Durch die Verfüllung mit dem Split ergaben sich auf dem Gehweg auch Höhenunterschiede von bis zu 2,5 Zentimetern.

Als die Joggerin die schadhafte Fläche betrat, stürzte sie und zog sich dabei eine Reihe von Verletzungen zu. Für einen Außenbandriss, eine Zerrung und einen Gelenkerguss verlangte sie anschließend Schadenersatz und ein angemessenes Schmerzensgeld in Höhe von 3500 Euro.

Sie war der Meinung, mitten auf einem innerörtlichen Gehweg nicht mit einem Höhenversatz von 2,5 Zentimetern und einem derartigen Bodenbelag rechnen zu müssen. Die Stelle sei gefährlich und nicht ausreichend beleuchtet gewesen. Unstreitig gab es dort jedenfalls keine Warnschilder oder besondere Markierungen.

 

Gesteigerte Sorgfaltspflicht von Läufern bei Nacht

Sowohl das Landgericht in erster Instanz als auch das OLG im Berufungsverfahren sahen dennoch keine ausreichenden Gründe für einen Schadenersatzanspruch der Joggerin.

Dabei erkennen die Richter durchaus an, dass die mit Splitt verfüllte Grube auf dem Bürgersteig eine schadhafte Gefahrenstelle war. Das Gericht stellt aber auch fest, dass Läufer im Dunklen bei eingeschränkter Sicht und entsprechend eingeschränkter Reaktionsmöglichkeit eine gesteigerte Sorgfaltspflicht trifft. Einfach gesagt: Man muss schon auch selbst aufpassen, wo man hintritt.

In diesem Fall war der Gehsteig bereits an anderen Stellen in der unmittelbaren Umgebung mehrfach geflickt worden. Schon dadurch hätte die Läuferin vorgewarnt sein müssen. Sind nämlich unterschiedliche Bodenbeläge optisch wahrnehmbar, muss auch mit Unebenheiten gerechnet werden.

Jogger müssen sich solchen Schadensbereichen mit entsprechend erhöhter Sorgfalt nähern und diese gegebenenfalls umlaufen. Anderenfalls tragen sie das Sturzrisiko wie in diesem Fall selbst und erhalten keinen Schadenersatz und kein Schmerzensgeld.

(Saarländisches OLG, Urteil v. 05.08.2015, Az.: 1 U 31/15)

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