IBF-Erfolgsberatung für Unternehmen

Wenn einer eine Reise tut ... und in den falschen Bus steigt

Das Wochenende wird gerne einmal für Fahrten ins Grüne genutzt, um sich von der anstrengenden Arbeitswoche zu erholen. Der Kurztrip wird oft bereits Wochen im Voraus genauestens geplant – und scheitert dann doch an der menschlichen Natur. So verschiebt sich der Zeitplan oder Zielort, weil ein Kurzurlauber z. B. verschläft, mit dem Kofferpacken nicht fertig ist – bzw. noch gar nicht angefangen hat – oder einfach in den falschen Bus steigt.

Gerade im letzten Fall wird aus der Fahrt ins Grüne ganz schnell eine Fahrt ins Blaue – mit ungewissem Ausgang. Nicht nur die Laune der Urlauber sinkt dann ganz schnell ins Bodenlose, sondern auch der Inhalt des Geldbeutels. Landet man nämlich „irgendwo im Nirgendwo“, fallen in der Regel weitere Kosten für z. B. Fahrtickets oder Hotel an. Doch kann man die vom Busunternehmen ersetzt verlangen oder hat man sein Geld sprichwörtlich auf die Straße geworfen?

Ehepaar steigt in falschen Bus

Ein Ehepaar buchte für insgesamt 30 Euro zwei Plätze in einem Fernbus, der von Hamburg nach Hagen und zurück fahren sollte. Am Busbahnhof angekommen, wählten die Eheleute – wohl auf gut Glück – einen der Fernbusse, zeigten ihre Tickets dem Busfahrer und stiegen in das Fahrzeug ein. Bei einem Zwischenstopp in Hannover wurde es ihnen wohl doch etwas mulmig – jedenfalls fragte der Ehemann beim Fahrer nach, wann man denn in Hagen ankomme. Der Busfahrer machte daraufhin klar, wohin die Reise ging: nämlich nach Frankfurt.

Nun kam das Ehepaar in Fahrt und wollte dennoch nach Hagen kutschiert werden, was der Fahrer vehement ablehnte. Da die beiden für die betreffende Fahrt kein gültiges Ticket vorweisen konnten, wurden sie ferner vor die Bustür gesetzt – und mussten sich in Eigenregie nach Hagen durchkämpfen. Dort angekommen war auch noch der Fernbus zurück nach Hamburg bereits auf und davon. Nun ärgerte sich das Ehepaar nicht nur grün und blau, es sah auch noch rot: Die Eheleute zogen vor Gericht und verklagten das Busunternehmen auf Zahlung einer Entschädigung sowie der ihnen entstandenen Kosten für Bus, Bahn und Taxi.

 

Kein Schadenersatz für selbstverschuldete Odyssee

Wer in den falschen Bus steigt, ist selbst schuld – so die Entscheidung des Amtsgerichts (AG) München. Das Ehepaar ging somit leer aus. Schließlich gehört es nicht zu den Pflichten eines Busfahrers, „blinde Passagiere“ vor einer Fahrt ins Ungewisse zu bewahren. Zwar hatten die beiden ein Ticket erworben – aber für den falschen Bus. Man sollte daher vor dem Einsteigen in Eigeninitiative klären, ob der auserwählte Bus auch wirklich das beabsichtigte Reiseziel ansteuert.

Da die Eheleute eine Fahrt von Hamburg nach Hagen gebucht hatten, fehlte es ferner an einem wirksamen Vertrag für die Beförderung von Hamburg nach Frankfurt. Und die tatsächlich gebuchte Fahrt fand ordnungsgemäß statt – nur eben ohne das Ehepaar. Wenn hier also jemand neben der Spur gefahren ist, dann waren es die Eheleute, nicht aber das Busunternehmen. Es musste daher auch nicht für den Fehler der beiden Kurzurlauber geradestehen.

(AG München, Urteil v. 15.06.2015, Az.: 122 C 7088/15)

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