IBF-Erfolgsberatung für Unternehmen

 

Oft bin ich von Fragen oder Auffassungen unserer Unternehmer und Unternehmerinnen überrascht, da ich meinte, dass jeder weiß, wie die rechtliche Lage ist. Doch ich bin ja auch ein „Fachidiot“. Fragt man mich, wie ein Automotor aufgebaut ist, bin ich schließlich auch nur noch ein wandelndes Fragezeichen. Das vergisst man nur gerne immer wieder.

Diese Erfahrungen haben mich dazu bewogen, auf die häufigsten Irrtümer, mit denen unsere Unternehmer/innen mich konfrontieren, einzugehen.

Ihr Ronny Giestl, IBF-Berater

Vier große Irrtümer über Ehe und Scheidung

1. Ohne meine Zustimmung kann eine Scheidung erst nach drei Trennungsjahren erfolgen.

Eine Scheidung kann auch gegen den Willen eines Ehepartners bereits nach einem Jahr erfolgen. Maßgeblich ist allein, ob das Gericht die Ehe für gescheitert erachtet. Hierzu muss der Anwalt in Fällen der streitigen Scheidung, also wenn ein Teil nicht einverstanden ist, genau vortragen. Er muss erklären, warum zumindest sein/-e Mandant/-in auf keinen Fall die Ehe fortführen will. Ein Indiz ist z. B., wenn ein neuer Partner im Spiel ist.

 

2. Ich muss auch für die Schulden meines Ehepartners haften.

Nein, jeder haftet nur für die eigenen Verbindlichkeiten. Was sie nicht unterschrieben haben, dafür haften sie auch nicht.

Es gibt jedoch eine Ausnahme:

Diese ist in § 1357 BGB normiert. Für Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs haften sie mit. Kauft ihr Partner bspw. beim Gemüsehändler ein und lässt anschreiben, so haften sie für diesen Betrag mit. Das Gleiche gilt für Grundversorgungsverträge, wie Verträge mit dem Stromanbieter. Auch hier haftet der nichtunterzeichnende Ehegatte mit.

 

3. Es reicht, sich zu trennen. Eine Scheidung ist unnötig und kostet nur Geld.

Es gibt Fälle, da ist es, meist aus Sicht der Frau, günstiger, erst einmal nicht geschieden zu werden. Das ist dann der Fall, wenn die Frau in der Ehe nicht oder nur eingeschränkt gearbeitet hat und erst einmal Zeit braucht, um sich ihr eigenes (Berufs-)Leben wieder aufzubauen. Ist der Mann gleichzeitig voll berufstätig und verfügt über ein gutes Einkommen, dann partizipiert sie so noch länger an dem von ihm erwirtschafteten Rentenanwartschaften. Auch unterhaltsrechtlich ist es – wenn auch inzwischen mit Einschränkungen – leichter, Trennungsunterhalt auch über das Trennungsjahr hinaus zu erhalten, als nachehelichen Unterhalt.

In den meisten Fällen ist es jedoch günstiger, zügig die Scheidung hinter sich zu bringen.

Stichtag für den Versorgungs- und Zugewinnausgleich ist die Rechtshängigkeit der Scheidungsklage, also der Tag, an dem diese dem anderen Ehepartner zugestellt wird. Wenn Sie mehr verdienen als Ihr Partner müssen Sie wissen, dass dieser so lange an Ihren höheren Rentenanwartschaften beteiligt wird, solange das Scheidungsverfahren noch nicht läuft. D. h., ein immer größerer Teil Ihrer Rente landet hinterher auf seinem Rentenkonto.

Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass der andere Ehepartner bis zur Rechtskraft der Scheidung erbberechtigt ist. Selbst wenn Sie ihn testamentarisch enterben ist er immerhin pflichtteilsberechtigt.

Ganz nach dem Motto „Unverhofft kommt oft!“ ist es ja auch möglich, dass Sie eines Tages wieder heiraten möchten. Wenn Sie dann erst einmal ein vielleicht noch langwieriges Scheidungsverfahren vor der Brust haben, ist das nicht unbedingt erfreulich und der neue Partner ist darüber meist auch nicht glücklich.

 

4. Wir sind uns in allem einig und brauchen daher für die Scheidung keinen Anwalt.

So einfach geht es dann doch nicht.

Im deutschen Recht herrscht für die Stellung eines Scheidungsantrages und die meisten anderen familienrechtlichen Verfahren Anwaltszwang. D. h., derjenige, der die Scheidung beantragt, muss dies über einen Anwalt tun.

Ebenso wenig ist es möglich, dass beide Ehepartner sich von demselben Anwalt vertreten lassen. Als Anwalt darf er nur eine Partei vertreten. Sind sich jedoch beide Partner einig und soll nur die Scheidung beantragt werden, so braucht der andere Ehegatte keinen Anwalt. Er kann dann aber keine eigenen Anträge stellen, sondern nur der Scheidung zustimmen.

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