IBF-Erfolgsberatung für Unternehmen

Die Beurteilungsgrundsätze im Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnisse zu erstellen ist nicht leicht. Immer wieder erhalten wir Anfragen unserer Mandanten, da es Unsicherheiten gibt. Die Beurteilungsgrundsätze im Zeugnisrecht sind oft gegenläufig, was nicht unbedingt zum besseren Durchblick verhilft.

Arbeitszeugnisse sind oft Streitgegenstand zwischen Arbeitgebern und (ehemaligen) Arbeitnehmern. Damit das Zeugnis rechtlich keine Angriffsfläche bietet, gibt es bei der Erstellung einiges zu beachten. IBF zeigt Ihnen hier die wichtigsten Beurteilungsgrundsätze im Zeugnisrecht im Überblick.

Zunächst sollten Arbeitgeber die Einheitlichkeit und Vollständigkeit im Zeugnis beachten. Mit dem Begriff der Einheitlichkeit ist zum Einen gemeint, dass dem Arbeitnehmer nur ein Zeugnis, entweder in Form eines einfachen oder eines qualifizierten Arbeitszeugnisses zusteht. Zum Anderen darf der Arbeitgeber auch nicht nach Zeitabschnitten, Tätigkeiten, Leistungen und Verhalten differenzieren, also nicht mehrere Zeugnisse gleicher Art erstellen.

Ebenfalls zur Einheitlichkeit zählt in diesem Zusammenhang, dass einzelne Vorfälle, seien sie positiver oder negativer Art, für die Gesamtbeurteilung, die ein Zeugnis bieten soll, außer Betracht gelassen werden können, wenn sie für das Gesamtbild des Arbeitnehmers nicht prägend sind. Der Grundsatz der Vollständigkeit unterstreicht das: Im Interesse einer aussagekräftigen Gesamtbeurteilung des Arbeitnehmers müssen alle wesentlichen Tatsachen und Bewertungen, die das Arbeitsverhältnis gekennzeichnet haben, im Arbeitszeugnis enthalten sein.

 

Zeugniswahrheit und Zeugnisklarheit

Das Bundesarbeitsgericht entschied bereits im Jahre 1960, das aus dem Sinn und Zweck des Arbeitszeugnisses als "oberster Grundsatz der Zeugniserteilung" folgt, dass das Zeugnis wahr sein muss. Das bedeutet, es muss objektiv, der Wahrheit entsprechen und es darf nur Tatsachen und keine Behauptungen, Annahmen oder gar Verdächtigungen enthalten. Es darf also einerseits nichts Falsches enthalten sein und, andererseits aber auch nichts ausgelassen werden, dessen Erwähnung der Leser des Zeugnisses berechtigterweise erwarten kann.

Das Zeugnis muss "klar" formuliert sein. Der Verfasser darf somit weder durch die Wahl von Worten oder Satzstellungen, noch durch das Auslassen von Inhalt bei Dritten eine falsche Vorstellung hervorrufen.

 

Grundsatz der wohlwollenden Beurteilung

Des Weiteren ist der Grundsatz der wohlwollenden Beurteilung zu beachten: Damit soll insbesondere gewährleistet werden, dass der Arbeitgeber insoweit auf seinen (ehemaligen) Arbeitnehmer Rücksicht nimmt, dass dessen berufliches Fortkommen nicht unnötig erschwert wird.

Gleichzeitig ergibt sich daraus aber auch zwangsläufig, dass der Grundsatz der Zeugniswahrheit, nicht konsequent beziehungsweise kompromisslos durchgesetzt werden kann. Hier muss ein angemessener Ausgleich kollidierender Interessen gefunden werden. Die simultane Optimierung der beiden Grundsätze gestaltet sich dabei regelmäßig als schwierig - ein Grund dafür, sich die Arbeitsgerichte auch immer wieder mit dem Thema Arbeitszeugnisse befassen müssen. Auch wenn jede Beurteilung zwar begriffsnotwendig subjektive Momente enthält, sollte es für den Arbeitgeber jedoch das Ziel sein, die subjektive Einstellung möglichst zurückzudrängen und den Arbeitnehmer objektiv zu bewerten.

Im Übrigen bedeutet "wohlwollende Beurteilung" aber nicht, dass nichts Ungünstiges über den Beurteilten gesagt werden darf. Der Arbeitgeber bestimmt sowohl die Wahl der Worte als auch deren Abfolge; der Arbeitnehmer hat also kein Anrecht auf eine bestimmte Formulierung oder einen bestimmten Wortlaut. Jedoch muss diese dem Arbeitgeber zugestandene Freiheit stets von der eingangs erwähnten Rücksicht gegenüber dem Arbeitnehmer geprägt sein.

Befinden Sie sich auch in diesem Dilemma der klaren Formulierung, der lückenlosen Information und der wohlwollenden Beurteilung? Kontaktieren Sie uns, das IBF-Institut hilft Ihnen gerne weiter.

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