IBF-Erfolgsberatung für Unternehmen

Unternehmenskrise: Entdecken Sie erste Anzeichen bevor "die Hütte brennt"

Die gute Nachricht zuerst: Eine Unternehmenskrise entsteht nicht über Nacht. Die schlechte Nachricht: So manches Anzeichen, das auf einen Unternehmenskollaps hinweist, bleibt leider unbeachtet. Allerdings können Sie sich für Warnsignale sensibilisieren – und so Krisen vom Unternehmen abwenden.

 

Jede Unternehmenskrise kostet

Zeit, Geld, Vertrauen, Image, Mitarbeiter, Kunden, Wettbewerbsvorteile. Und kein Unternehmen ist daran interessiert, in eine Krise zu schlittern. Dennoch geschieht es: Unternehmen geraten in eine Krise. Dann «brennt die Hütte».

Während hektisch versucht wird, der Krise Herr zu werden, wird auch Ursachenforschung betrieben. Oft rücken bei dieser Analyse externe Faktoren wie Finanzkrise, Pleite des Zulieferers, Kunden-Shitstorms in den Fokus, um als Grund für die Krise zu dienen, ohne zu hinterfragen: "Warum kann solch ein äusserer Faktor solch eklatante Wirkung im Unternehmen entfalten?"

Die Antworten auf diese Frage würden nämlich interne Faktoren offenbaren, die die wahre Verantwortung für die Unternehmenskrise tragen – wie beispielsweise:

  • Werte der Unternehmenskultur werden nicht gelebt und sind zu «leeren Worthülsen» verkommen
  • Das Miteinander ist geprägt von Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit
  • Düstere Stimmung, die sich ausbreitet
  • Visionen werden auf quantifizierbare Merkmale reduziert

In diesen internen Faktoren zeigen sich die Schwachstellen des Unternehmens, die das System – ob nun durch äussere Faktoren katalysiert oder nicht – umkippen liessen. Zuvor geordnete Verhältnisse gehen in ungeordnete über. Allerdings geschieht dies nicht plötzlich, sondern es ist ein oftmals langwieriger Prozess.

 

Jeder Unternehmenskrise gehen Warnsignale voraus

Die Neuausrichtung des Fokus hilft dabei, nicht allein Krisen zu bewältigen, sondern auch zu erkennen – und hoffentlich zu verinnerlichen -, dass die Ursachen, die zur Krise führten, stets durch Warnsignale auf sich aufmerksam machen. Und solche Warnsignale können erkannt werden.

Die Herausforderung, der Sie als Führungskraft gegenüberstehen, ist, sich für diese Warnsignale zu sensibilisieren. Denn als Teil des «Systems Unternehmen» sind Sie ja eingebunden, d.h. Sie

  • sind womöglich Mitverursacher, als auch Leidtragender.
  • haben einen «blind spot» entwickelt, der schleichende Verschlechterungen ausblendet.
  • nehmen vielleicht erste Warnsignale wahr, treffen jedoch bei Ihren Managerkollegen und/oder der Geschäftsleitung auf taube Ohren. Die Hinweise werden verharmlost.

 

Erste Anzeichen einer Unternehmenskrise erkennen: Die Herausforderung Schritt für Schritt meistern

Schritt 1: Den Ist-Zustand benennen

Sie benötigen Vergleichsdaten, um überhaupt eine Verschlechterung bemerken zu können. Deshalb widmen Sie sich zuerst dem Ist-Zustand. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Analyse alle Unternehmenseinheiten – von der Unternehmenskultur bis hin zum einzelnen Mitarbeiter.

Je präziser und differenzierter Sie den Ist-Zustand für sich beschreiben, umso besser gelingt es Ihnen, zukünftig leise, zarte Anzeichen, die auf eine Veränderung hinweisen, zu erkennen. Notieren Sie aus diesem Grunde Merkmale, die für Sie eindeutig sind – beispielsweise:

Es herrscht eine gute Stimmung im Team. Merkmale dieser guten Stimmung sind:

  • Die Kollegen grüssen sich.
  • Es wird miteinander gelacht.
  • Kaffeepausen/Mittagspausen werden auch zusammen verbracht.
  • Soziale Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten etc. werden gefeiert.

Speichern Sie Ihre Analyse auf Ihrem Computer ab. Erleichtern Sie es sich, sich zu vergewissern, ob der Ist-Zustand erhalten bleibt oder ob Sie erste Anzeichen einer Verschlechterung bemerken können.

 

Schritt 2: Warnsignale erkennen

Sensibilisieren Sie sich für erste Hinweise. Nutzen Sie die folgenden Fragen, um Ihre Wahrnehmung zu schulen und Ihre Beobachtungen für sich zu fixieren. Dadurch sammeln Sie über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen Daten, die eine eindeutige Veränderung bestätigen.

  • Was hat sich verändert? Welche Abweichung zum Ist-Zustand stellen Sie fest?
  • Wie offenbart sich diese Veränderung?
  • Woran zeigt es sich für Sie am deutlichsten?
  • Welche Kreise zieht diese Veränderung bereits, d.h. betrifft es «nur» das Team oder schwappt es bereits durch mehrere Abteilungen oder das gesamte Unternehmen?
  • Wer ist davon betroffen?
  • Wie sind Sie davon betroffen? Welche Veränderung stellen Sie konkret bei sich fest?

 

Schritt 3: Ursachen erforschen

Analysieren Sie, welche Gründe es für diese Veränderung gibt. Reflektieren Sie dafür folgende Fragen:

  • Warum wurde der Ist-Zustand verlassen?
  • Welches Ereignis führte dazu?
  • Was ist im Unternehmen – bzw. im Team, der Abteilung oder den Abteilungen – geschehen, dass beispielsweise kein Raum mehr zur Werteorientierung gegeben wird?
  • Welche «Verletzung» fand statt, die als Folge erste Hinweise der Verschlechterung offenbaren?
  • Wer oder was ist dafür verantwortlich?
  • Welche Verantwortung tragen Sie in diesem Prozess?

 

Schritt 4: Gegenmassnahmen einleiten

Ihre Analyse zeigt Ihnen auf, welche Schwachstellen es im System gibt. Überlegen Sie, welche Schritte zur Korrektur Sie ganz persönlich einleiten können und bei welchen Sie andere Führungskräfte und/oder die Geschäftsleitung involvieren sollten.

Setzen Sie darüber hinaus Ideen frei, die dazu dienen, den gewünschten Ist-Zustand generell zu stärken und zu pflegen. Beispielsweise könnten Sie sich fragen «Wie können Sie Ihrem Team mehr Raum zur Werteorientierung geben?» Alternativ «Welche Voraussetzungen müssen im Unternehmen gegeben sein, damit die Mitarbeiter mehr Raum zur Werteorientierung erhalten?» Dadurch kommt der Ist-Zustand nicht ins Schwächeln – und Krisen können im System erst gar nicht entstehen. Die Prävention rückt in den Vordergrund. 

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