IBF-Erfolgsberatung für Unternehmen

Laufen den Banken die Kunden davon?

Gebühren für alles Mögliche

„Deutschlands Banken spielen mit dem Feuer“ – so die Überschrift eines Artikels aus dem Wallstreet Journal, der sich mit der neuen bunten Welt der Bankgebühren beschäftigt. Schrumpfende Zinsmargen machen erfinderisch – und so werden immer mehr Gebühren für Leistungen verlangt, die bisher kostenfrei erbracht worden sind. In Wirklichkeit war natürlich auch bisher keine Leistung umsonst. Ein kostenfreies Girokonto wurde durch Überschüsse im Einlagen- und Kreditgeschäft quersubventioniert. Aber jetzt wird das Ende der „Kostenlos-Kultur“ proklamiert und die Banken geben nicht nur Negativzinsen an Großeinleger in Form einer so genannten „Verwahrgebühr“ weiter, sondern sie verlangen für alle möglichen Dienstleistungen Provisionen oder erhöhen diese. Selbst für das Abheben am Geldautomaten wird inzwischen Geld verlangt und besonders innovativ ist eine Bank, wenn sie bei Abhebungen in der Mittagspause und außerhalb der Geschäftszeiten auch noch erhöhte Gebühren berechnet.

 

Tendenz zum Bankwechsel

Das Problem ist dabei, dass ein Teil der Kundschaft sensibel auf Preiserhöhungen reagiert und die Loyalität zur Hausbank abgenommen hat. Nach einer aktuellen Marktforschungsumfrage hat jeder Zehnte innerhalb der letzten zwölf Monate seine Hauptbankverbindung gewechselt. Damit hat sich der Anteil der Bankwechsler innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Und weitere 25 % überlegen sich einen Bankwechsel in absehbarer Zeit. Der Hauptgrund dafür ist der Preis für das Girokonto. „Preiserhöhungen von 15 bis 20 % werden von den Kunden akzeptiert, geht es darüber hinaus, setzen sich viele in Bewegung“, so die Marktforscher. Und viele Preismodelle sind für den Kunden nicht so leicht zu durchschauen, wenn er sich zwischen mehreren Kundenmodellen entscheiden soll.

 

Günstigere Position der Direktbanken

Dabei sind die etablierten Banken in einer wenig beneidenswerten Situation. Mit dem Zinsgeschäft ist immer weniger zu verdienen, also müssen sie bei den Provisionen wenigstens für einen gewissen Ausgleich sorgen. Aber da gibt es ja die Konkurrenz der Direktbanken, die nach wie vor das Konto zum Nulltarif anbieten – und die Kreditkarte gibt es obendrein noch kostenlos dazu. Aufgrund ihrer Kostenstruktur haben sie viel mehr Preisspielräume als die Filialbanken mit ihrem kostenintensiven Vertriebsnetz, was auch aus Kostengründen immer mehr ausgedünnt wird. Und vor allem die junge Kundschaft hat immer weniger Lust, für etwas in die Bankfiliale zu gehen, was sie auch mit ihrem Smartphone erledigen kann. Daraus stellt sich die Frage, wozu Filialen überhaupt noch gut sind. Aber – auch das haben die Marktforscher festgestellt – die Deutschen sind bei Geldangelegenheiten grundsätzlich konservativ. Sie legen Wert auf eine Filiale, denn es könnte ja sein, dass man irgendwann doch einmal einen Ansprechpartner vor Ort braucht.

Ist die Hausbank noch gefragt?

Für meine Hausbank habe ich mich entschieden, weil...

Entnommen aus dem Studienwerk der Frankfurter School
Quelle: Investors Marketing Privatkundenstudie 2016, Banking der Zukunft

Bankwechsel erleichtert

Deshalb haben auch Sparkassen und Volksbanken steigende Kontenzahlen, genau wie ING-Ciba, DKB und Comdirect. Der Trend geht zu mehreren Bankverbindungen. Und dann fällt der Wechsel der Hauptbankverbindung noch leichter. Zumal die Banken verpflichtet sind, für den Kunden alles im Zusammenhang mit dem Bankwechsel zu erledigen. Die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wie Kontowechsel24, Fino oder Finreach macht es möglich. Laut Marktführer Kontowechsel24 wechselten 65 % von einem kostenpflichtigen zu einem kostenlosen Konto.

 

Antizyklisches Verhalten

Im Gegensatz zu Sparkassen, VR-Banken und anderen Privatbanken geht die Commerzbank einen gesonderten Weg. Sie setzt auf das Privatkundengeschäft, schließt keine Filialen und wirbt weiterhin mit dem kostenlosen Girokonto. Der Erfolg scheint ihr Recht zu geben. Seit 2013 kamen eine Million Privatkunden dazu, bis 2020 sollen es zwei Millionen werden. Und im Ergebnis des vergangenen Jahres erwies sich das Privatkundengeschäft als Stütze.

(Quellen: „Kundenflucht wird für Banken zum ernsten Problem“, in: Welt 17.04.2017; „Mehr Gewinne durch Gebühren: Deutschlands Banken spielen mit dem Feuer“, in: wallstreet online 10.04.2017)

August 2017

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